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19. Juni 2014
Wahlkreis

Mehr Lohn für Frau­en

Mehr Lohn für Frau­en
19. Juni 2014
Wahlkreis

Inter­view mit dem “Deut­schen Hand­werks­blatt” vom 29.06.2014  

Sabine Poschmann (MdB) will im Bun­des­tag die begrenz­ten Kar­rie­re­chan­cen von Frau­en the­ma­ti­sie­ren: Die Dis­kri­mi­nie­rung auf dem Lohn­zet­tel müs­se ein Ende haben!

DHB: Frau Poschmann, wir fal­len mal mit der Tür ins Haus: Was hal­ten Sie von den Debat­ten um die Markt­zu­gangs­re­ge­lung, die der­zeit in Brüs­sel geführt wer­den? Das hat mög­li­cher­wei­se ganz mas­si­ve Aus­wir­kun­gen auf die Anla­ge A der Hand­werks­ord­nung. Emp­fin­den Sie es nicht als schi­zo­phren, dass in ganz Euro­pa das deut­sche Aus­bil­dungs­sys­tem gelobt, die nied­ri­ge Jugend­ar­beits­lo­sig­keit hier­zu­lan­de her­aus­ge­stellt wird, aber gleich­zei­tig immer wie­der ver­sucht wird, die Meis­ter­qua­li­fi­ka­ti­on indi­rekt abzu­schaf­fen? Anders gespro­chen: die Aus­bil­der wer­den abge­schafft!
Poschmann: Die EU-Kom­mis­si­on hat betont, dass sie die Hand­werks­ord­nung nicht auf­he­ben will. Gleich­wohl nimmt die SPD die Sor­gen des Hand­werks ernst. Rund 95 Pro­zent der jähr­lich 400.000 Aus­zu­bil­den­den des Hand­werks wer­den in „Meis­ter­be­trie­ben“ auf ihren Beruf vor­be­rei­tet. Des­halb haben wir den Erhalt des Meis­ter­briefs im Koali­ti­ons­ver­trag ver­an­kert. Die dua­le Aus­bil­dung sichert qua­li­täts­vol­le Dienst­leis­tun­gen und sorgt für hohen Ver­brau­cher­schutz. Sie stärkt die Wett­be­werbs­fä­hig­keit, trägt ent­schei­dend zur nied­ri­gen Jugend­ar­beits­lo­sig­keit bei und kommt so dem All­ge­mein­wohl zugu­te. Das sind wich­ti­ge Argu­men­te, die wir in den Eva­lua­ti­ons­pro­zess der EU ein­brin­gen. Wir wer­den dar­auf ach­ten, dass not­wen­di­ge Har­mo­ni­sie­run­gen bei den Berufs­zu­gän­gen kei­ne Abwärts­spi­ra­le bei der Qua­li­tät der Aus­bil­dung in Gang set­zen.

DHB: Sie haben sich sehr für die Ent­gelt­gleich­heit für Frau­en stark gemacht. Was genau empört Sie so?
Poschmann: Frau­en wer­den im Schnitt 22 Pro­zent schlech­ter ent­lohnt. Damit liegt Deutsch­land EU-weit im unte­ren Drit­tel. Ihre Kar­rie­re­chan­cen sind immer noch begrenzt. Vie­le müs­sen sich mit Teil­zeit- und Mini­jobs zufrie­den geben. Zudem dro­hen Lohn- und Ein­kom­mens­ein­bu­ßen, wenn sie nach der Geburt ihres Kin­des ins Berufs­le­ben zurück­keh­ren. Die­se Dis­kri­mi­nie­rung auf dem Lohn­zet­tel wol­len wir besei­ti­gen. Die Ver­ein­bar­keit von Fami­lie und Beruf müs­sen wir daher noch stär­ker för­dern, durch den Aus­bau von Kitas und Gesamt­schu­len sowie durch fle­xi­ble­re Arbeits­zeit­mo­del­le. Jun­ge Fami­li­en, die Teil­zeit arbei­ten, wol­len wir mit dem Eltern­geld Plus unter­stüt­zen. Den­noch sehe ich auch die Unter­neh­men in der Pflicht: Sie müs­sen ihre Ent­gelt­pra­xis über­prü­fen und die Ent­gelt­grup­pen trans­pa­rent machen, um poten­zi­el­le Benach­tei­li­gun­gen auf­zu­de­cken. 

DHB: Wie ernst ist der anste­hen­de Fach­kräf­te­man­gel – und wie mei­nen Sie, soll ihm begeg­net wer­den?
Poschmann: Schon heu­te gibt es Eng­päs­se in 20 Beru­fen aus dem IT- und Inge­nieur­be­reich, in der Medi­zin und in der Pfle­ge. Dem müs­sen wir begeg­nen, indem wir unse­re Poten­zia­le akti­vie­ren. Ich den­ke an älte­re Arbeit­neh­mer oder an Frau­en, die beim Wie­der­ein­stieg ein Recht auf Rück­kehr in Voll­zeit benö­ti­gen. Oder an die rund 1,4 Mil­lio­nen Men­schen zwi­schen 25 und 34 Jah­ren, die kei­nen Berufs­ab­schluss haben und unbe­dingt eine zwei­te oder auch drit­te Chan­ce brau­chen. Wir müs­sen zudem dafür sor­gen, Behin­der­te und zuge­wan­der­te Arbeit­neh­mer bes­ser in den Arbeits­markt zu inte­grie­ren. Auch hier sind wie­der die Unter­neh­men mit­ge­for­dert, in dem sie z.B. aus- und wei­ter­bil­den, alters­ge­rech­te Arbeits­plät­ze schaf­fen und indi­vi­du­el­le Arbeits­zeit­mo­del­le anbie­ten. 

DHB: Sie spre­chen auf Ihrer Web­site sehr abs­trakt von „Zugang zu Inves­ti­ti­ons­för­de­rung ver­ein­fa­chen“ – Kön­nen Sie bit­te erklä­ren, was Sie mit die­ser Aus­sa­ge kon­kret mei­nen?
Poschmann: Mir geht es dar­um, För­der­pro­gram­me trans­pa­ren­ter und bekann­ter zu machen sowie büro­kra­ti­sche Hemm­nis­se abzu­bau­en. Oft ver­fü­gen klei­ne und mit­tel­stän­di­sche Unter­neh­men über zu weni­ge Infor­ma­tio­nen oder wer­den durch kom­pli­zier­te Antrags­ver­fah­ren abge­schreckt. Ansto­ßen möch­ten wir auch eine enge­re Koope­ra­ti­on mit Hoch­schu­len und For­schungs­in­sti­tu­ten. So erhö­hen sich für klei­ne und mitt­le­re Betrie­be die Chan­cen, neue Pro­duk­te und Dienst­leis­tun­gen her­zu­stel­len.

DHB: Wel­che wei­te­ren Pro­jek­te wol­len sie als Mit­tel­stands- und Hand­werks­be­auf­trag­te anschie­ben?
Poschmann: Der Mit­tel­stand bleibt ein star­ker Wirt­schafts­mo­tor in Deutsch­land. Wir wol­len sei­ne Leis­tung wei­ter stei­gern und dafür die Rah­men­be­din­gun­gen schaf­fen. Vie­le Punk­te habe ich hier schon ange­spro­chen. So geht es mir dar­um, büro­kra­ti­sche Belas­tun­gen abzu­bau­en, pass­ge­naue­re Finan­zie­rungs- und För­der­instru­men­te für Inves­ti­tio­nen und Grün­der anzu­bie­ten, gute Bil­dung sowie bes­se­re Über­gän­ge von der Schu­le in die Aus­bil­dung zu sichern und nicht zuletzt, die guten Aus­bil­dungs­stan­dards in Deutsch­land zu erhal­ten. 

Die Fra­gen stell­te Rüdi­ger Gott­schalk, Foto Andre­as Buck

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